WG-Kasse — gemeinsame Ausgaben fair teilen, ohne dass einer draufzahlt
Klopapier, Spülmittel, der Wocheneinkauf für die gemeinsame Pizza: In jeder WG kauft mal die eine, mal der andere. Die kurze Antwort vorweg: Tragt jede gemeinsame Ausgabe sofort ein, wenn sie passiert, und rechnet erst am Monatsende. Was in eine WG-Kasse gehört, wie ihr bei wechselnden Mitbewohnern fair bleibt und warum „einfach pro Kopf teilen“ in einer WG fast immer die richtige Regel ist — anders als bei Familien mit Kindern — steht hier.
Zuletzt aktualisiert am 09. Sept.
Warum die WG-Kasse anders tickt als die Familienkasse
In einer WG sind die Verhältnisse einfacher als im Familienurlaub: Alle sind erwachsen, alle essen ungefähr gleich viel, niemand muss einen Kinderanteil herausrechnen. Der Streit entsteht trotzdem — nur an anderer Stelle. Es ist selten der einzelne Kauf, der ärgert, sondern das Gefühl über Wochen: „Ich habe das Gefühl, ich kaufe öfter Klopapier als die anderen.“ Ohne eine Liste ist genau dieses Gefühl weder zu beweisen noch zu widerlegen — und genau das macht es zäh.
Dazu kommt die WG-typische Fluktuation: Jemand zieht im Laufe des Monats aus, ein neues Zimmer wird erst zum Ersten wieder vermietet, ein Untermieter bleibt nur ein Semester. Eine Kasse, die diese Wechsel sauber abbildet, erspart die Diskussion, wer für die drei Tage nach dem Auszug noch mitzahlen muss.
Was in die WG-Kasse gehört — und was privat bleibt
Die Grenze ist in einer WG meist klarer als im Urlaub, weil der Alltag sie täglich zieht. Trotzdem lohnt sich eine kurze Absprache beim Einzug, bevor die erste Ausgabe strittig wird.
- In die Kasse: Haushaltsmittel (Putzmittel, Klopapier, Müllbeutel), gemeinsame Vorräte (Öl, Gewürze, Kaffee, wenn ihr das so haltet), Ersatzanschaffungen für die Gemeinschaftsräume (neue Pfanne, Glühbirnen, ein Duschvorhang), gemeinsame Feiern und WG-Abende
- Privat: der eigene Wocheneinkauf, individuelle Streaming-Abos, Möbel fürs eigene Zimmer
- Grauzone vorab klären: Internet und Nebenkosten laufen in den meisten WGs ohnehin über einen festen Dauerauftrag, nicht über die Ausgabenkasse — die WG-Kasse ist für die unregelmäßigen, spontanen Anschaffungen gedacht, nicht für Fixkosten mit eigenem Verteilerschlüssel
Warum pro Kopf hier fast immer die richtige Regel ist
Bei Familien im Urlaub ist eine Gewichtung nach Kindern nötig, weil ein Kleinkind nicht so viel isst wie ein Erwachsener. In einer WG fällt dieser Unterschied fast immer weg — alle Bewohner zählen als Erwachsene, und pro Kopf zu teilen ist damit nicht nur einfach, sondern auch fair. Die Ausnahme ist die einzelne Sonderausgabe, die nicht alle betrifft: Kauft eine Person für ihre eigene Party zusätzliche Getränke, gehört das nicht in die gemeinsame Kasse, sondern bleibt privat oder wird nur unter den Feiernden geteilt.
Wichtiger als die Rechenregel ist ohnehin, dass ihr sie einmal beim Einzug festlegt und dann durchhaltet — eine Regel, die bei jeder Ausgabe neu verhandelt wird, ist in Wahrheit keine Regel.
Zettel am Kühlschrank, Gruppenchat oder App
Der Klassiker ist der Zettel oder die Kreidetafel am Kühlschrank: Wer was gekauft hat, trägt den Betrag ein. Das funktioniert, solange alle mitschreiben und niemand den Zettel abwäscht. In der Praxis scheitert es meist daran, dass die Schrift verblasst, der Zettel im Altpapier landet oder eine Ausgabe schlicht vergessen wird, weil gerade niemand einen Stift zur Hand hatte.
Der Gruppenchat ist die digitale Version desselben Problems: Beträge stehen verstreut zwischen hundert anderen Nachrichten, und wer am Monatsende zusammenrechnen will, scrollt sich durch Wochen von Chatverlauf. Eine WG-Kasse im Browser dreht das um — jede Ausgabe steht an einem Ort, sortiert, mit Datum, und die Rechnerei übernimmt das Werkzeug statt der Person, die zufällig am geduldigsten ist.
Ein- und Auszug mitten im Monat
Zieht jemand mitten im Monat aus oder ein, ist die sauberste Lösung: Ausgaben, die vor dem Wechsel entstanden sind, bleiben unter den damaligen Bewohnern geteilt — nachträglich einen neuen Mitbewohner draufzurechnen, der die Pfanne nie benutzt hat, wäre unfair in die andere Richtung. Ab dem Einzugsdatum zählt die neue Person bei allen weiteren Ausgaben ganz normal mit.
Praktisch heißt das: Eine Person lässt sich nur entfernen, solange für sie noch nie eine Ausgabe erfasst wurde — sonst blieben alte Salden lückenhaft. Hat der ausziehende Mitbewohner schon einmal gezahlt oder mitgegessen, bleibt seine Zeile stehen; ihr tragt ihn bei künftigen Ausgaben einfach nicht mehr als Beteiligten ein, dann zählt er dort auch nicht mehr mit.
So funktioniert die WG-Kasse mit La Caisse
La Caisse ist eine gemeinsame Kasse im Browser — für eine WG reicht es, jeden Bewohner als eigene Zeile mit einem Erwachsenen einzutragen, ohne Kinderfaktor. Ihr teilt anschließend einen Link im WG-Chat: Wer ihn hat, sieht die Kasse und kann eintragen. Keine Anmeldung, kein Konto, keine Installation.
Wer einkauft, trägt direkt danach ein: Betrag und Art der Ausgabe — Einkauf, Sonstiges reicht für die meisten WG-Posten. Am Monatsende zeigt die Kasse für jeden Mitbewohner, was er verbraucht und was er tatsächlich bezahlt hat, und schlägt den Ausgleich vor: wer wem was schuldet. Geld läuft dabei nie über La Caisse selbst — überwiesen wird direkt zwischen euch, die Kasse ist nur das gemeinsame Kassenbuch.
Zieht jemand aus, ohne je in einer Ausgabe vorgekommen zu sein, lässt sich seine Zeile einfach entfernen. War er schon an einer Ausgabe beteiligt, bleibt die Zeile bestehen — bestehende Ausgaben und ihre Aufteilung ändern sich dadurch nicht, ihr wählt ihn bei neuen Ausgaben nur nicht mehr als Beteiligten aus. Die Kasse selbst bleibt zwei Jahre ab dem letzten Aufruf bestehen, die Frist verlängert sich bei jedem Öffnen, sodass sie über einen ganzen Mietvertrag hinweg funktioniert.
Häufige Fragen
Wie teilt man Ausgaben in einer WG am fairsten?
Meist pro Kopf, weil alle Bewohner als Erwachsene zählen und ähnlich viel verbrauchen — anders als bei Familien mit Kindern braucht es normalerweise keine Gewichtung. Ausnahme sind Einzelausgaben, die nur eine Person betreffen; die bleiben privat oder werden nur unter den Beteiligten geteilt.
Was gehört in eine gemeinsame WG-Kasse und was nicht?
In die Kasse gehören Haushaltsmittel wie Putzmittel und Klopapier, gemeinsame Vorräte und Anschaffungen für Gemeinschaftsräume sowie WG-Feiern. Privat bleiben der eigene Wocheneinkauf und persönliche Anschaffungen. Feste Kosten wie Internet oder Nebenkosten laufen in den meisten WGs über einen eigenen Dauerauftrag, nicht über die Ausgabenkasse.
Was passiert mit der Kasse, wenn jemand mitten im Monat auszieht?
Ausgaben von vor dem Auszug bleiben unter den damaligen Bewohnern geteilt und ändern sich nicht. Entfernen aus der Mitgliederliste lässt sich die Person nur, wenn sie nie in einer Ausgabe vorkam — war sie schon beteiligt, bleibt ihre Zeile stehen, ihr nehmt sie bei neuen Ausgaben einfach nicht mehr als Beteiligte dazu.
Reicht ein Zettel am Kühlschrank nicht auch?
Für sehr kleine WGs mit wenigen Ausgaben schon. Er scheitert meist, sobald jemand vergisst mitzuschreiben, der Zettel verloren geht oder am Monatsende niemand Lust hat, alles von Hand zusammenzurechnen. Eine App übernimmt genau diese Rechnerei und macht den Stand jederzeit für alle einsehbar.
Muss jeder in der WG ein Konto anlegen?
Nein, jedenfalls nicht bei La Caisse: Ein geteilter Link genügt, alle Mitbewohner sehen darüber dieselbe Kasse und können eintragen. Es gibt keine Anmeldung und kein Passwort — wer den Link hat, kommt hinein, deshalb gehört er auch nur in den WG-Chat.